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Mittwoch, September 27, 2023

Betriebswirtschaft mit Blick auf Zahnseide

Ein blöder Titel, aber mir ist nichts Besseres eingefallen.

Ich war seit Wochen auf Suche nach Zahnseide. Die gibt es hier, aber nicht immer und nicht überall. Halt wie so vieles andere auch 😏. Relativ verbreitet ist die Marke mit dem Buchstaben „O“ am Anfang des Namens. Die wollte ich nicht, die ist importiert und teuer.

Heute nun – eher zufällig und zu meiner grossen Überraschung in einer Apotheke – bekomme ich zwei Marken zur Auswahl: Die oben erwähnte und ein anderes Produkt, das mir sehr sympathisch und im Unterbewusstsein „heimelig“ herüberkam. Auf meine Frage nach dem Preis war klar: Ich nehme das in Ägypten produzierte Stück. Es kostet in der Apotheke ein Drittel des anderen Produkts, im Supermarkt wäre es noch die Hälfte. Darf jeder mal raten, weshalb es hier mehr Apotheken als Moscheen gibt, wobei im Schnitt schon beinahe alle 500 Meter eine Moschee steht… 

Samstag, Juli 02, 2022

Der Sicherheitsgurt – das unbekannte Ding

Weil da draussen in der Welt so viel Trauriges und Schlechtes geschieht, möchte ich euch kurz was Lustiges erzählen.

Am frühen Abend bin ich heute mit dem Auto noch kurz was einkaufen gegangen (meine Jagd nach frischer Milch - alle zwei oder drei Tage). Während ich gen Strasse fahre, sehe ich auf der gegenüberliegenden Seite eine Frau, die auf den Bus wartet. Spontan nehme ich mir vor, sie mitzunehmen, wenn sie dann noch dort steht, wenn ich komme.

Einschub: Die Strassenführung, die für mich auch nach einem guten Dutzend von Jahren noch immer ein Rätsel ist, sieht nämlich viele sinnlose Zusatzkilometer vor, die man zuerst auf der einen Seite in eine Fahrtrichtung abspulen muss, bevor man mit einer Kehrtwende in die gewünschte Fahrtrichtung einbiegen kann.

Sonntag, August 22, 2021

Von Lampenpfosten und Ingenieuren

Es ist Mittag. Mitten im Fernunterricht klingelt mein Handy: die Hausverwaltung. Da muss ich ran, denn wenn die anrufen, ist es meist entweder unangenehm oder dringend. Oder beides zusammen.

Tatsächlich: Ich soll sofort mein Auto umparken. Kann ich nicht, will ich nicht, bin ja mitten im Unterricht. Also sag ich: „in einer halben Stunde.“

Kaum habe ich das Handy aus der Hand gelegt und mich bei meinem Studenten für die Unterbrechung entschuldigt, klingelt es wieder, diesmal aber an der Tür.

Montag, September 10, 2018

Wenn Amor auf Analphabetismus trifft


Grad wieder wurde ich von einer jungen Frau angeschrieben, ob ich ihrem ägyptischen Mann Deutsch beibringen könne.

Die Dame meinte, er sei sehr sprachtalentiert.

Nachdem ich meine üblichen Informationen zu Methode, Preisen, Zeiten und Bedingungen mitgeteilt habe, vereinbaren wir, dass der Mann sich melden soll.

Das tut er nach ein paar Tagen telefonisch. Sein Englisch verstehe ich kaum und so wechseln wir ins Arabische. Scheinbar ist mein Arabisch besser als sein Englisch, obwohl meine Kenntnisse mangels regelmässigen Gebrauchs dürftig sind. Aber wir verstehen uns.

Der Haken ist: Der Mann kann weder lesen noch schreiben, auch nicht in seiner Muttersprache. Analphabet also. Er arbeitet im Bazar. Ja, die sind alle sprachtalentiert, die können in 10 verschiedenen Sprachen gefühlte 10 Sätze sagen. Und charmant lächeln und blendend aussehen. Damit hat es sich aber.

Der offizielle Anteil an Analphabten in Ägyten liebt bei Männern je nach Quelle zwischen 17% bis 25%, bei Frauen um die 40%. Anders herum gesagt: jeder FÜNFTE Mann und jede DRITTE Frau kann weder lesen noch schreiben. Dazu kommen noch diejenigen, die nur die Zahlen und ihren Namen schreiben und lesen können.