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Dienstag, Mai 09, 2023

Ausflug nach Oberägypten - 3. Tag

Dritter Tag: Naqadah

Diese kleine Stadt wenige Kilometer nördlich von Luxor steht auch schon lange auf meiner Liste. Warum? Weil einer meiner Freunde von hier kommt und hier lebt und die Stadt heute zwar aus touristischer Sicht bedeutungslos ist, aber handwerklich und geschichtlich interessant ist.

Noch mehr Webtradition

Hier wurden ebenfalls seit Urzeiten handgewobene Stoffe hergestellt. Mein Freund B. sagte mir, früher kam das Tuch für die Kaaba in Mekka, die Kiswa, von hier. Die Stoffe wurden auch in den Sudan geliefert.

Montag, Mai 08, 2023

Ausflug nach Oberägypten - 2. Tag

Zweiter Tag: Abydos

Autofahren - nichts für Weicheier

Von Sohag nach Abydos soll die Fahrt ca. eineinhalb Stunden dauern. Ich brauche zweieinhalb. Das wirft meine Planung ziemlich über den Haufen, obwohl ich genauso fahre, wie mir Google Maps das vorgibt. Einmal weigere ich mich, in ein Dorf hineinzufahren, wo die Löcher in den Strassen tiefer sind, als mein Auto verkraftet. Selbst im ersten Gang fahren ist fast nicht möglich und wir humpeln wieder aus dem Dorf hinaus. Ich rede mir gut zu: „Du hast ja einen Jeep“, was nicht ganz stimmt, aber so, wie ich mit meinem Wagen umgehe, stimmt es dann wieder.

Als ich dann endlich vom Niltal Richtung Abydos abzweige, verzweifle ich fast. Obwohl täglich unzählige Busse Touristen von Luxor zum Tempel von Abydos fahren und auch wieder zurückbringen, ist die Strasse in einem Zustand, der jeder Beschreibung spottet. Minibusse, Traktoren, Esel, Lastwagen, Motorräder und diese unberechenbaren Tiktoks sind immer und überall. Sie überholen, wo es eigentlich gar nicht mehr möglich ist und dazwischen drängen sich alle anderen, die auch noch ein Stück von der Strasse für sich beanspruchen möchten. Die ist nur zu zwei Dritteln befahrbar und davon wiederum klafft alle 200m ein Loch. Dem weichen alle aus, also fahren alle in ihrem ganz persönlichen halsbrecherischen Tempo auf derselben Fahrspur. Übrigens: Fussgänger hat es auch noch. Ein Albtraum! Ich verteidige meine Bedürfnisse energisch, weil ich irgendwann mal ankommen statt nur abgedrängt oder überholt werden möchte.

Sonntag, Mai 07, 2023

Ausflug nach Oberägypten - 1. Tag

Januar ist eine ideale Reisezeit hier, finde ich. Die Temperaturen sind tagsüber angenehm, es gibt keine Feiertage und folglich sind nicht so viele Touristen (Einheimische wie Fremde) unterwegs.

Also erfüllte ich mir einen langgehegten Wunsch und fuhr nach Akhmim (Achmim) bei Sohag. Dort wurden schon zur Zeit der Pharaonen edle Stoffe auf riesigen Webstühlen von Hand gewoben.

Auf meinem Wunschzettel für diese kurze Reise standen auch Abydos und Naqadah. „Kurz“ bezüglich eingeplanter Tage und berechneter Distanzen, nicht aber bezüglich der Strassenverhältnisse. Das war leider ein Fehler. Habe also wieder was gelernt 😏.

Erster Tag: Auf nach Sohag

Die Kilometer und Stunden durch die Red Sea Mountains dehnen sich in die Länge. Die Strasse ist zwar gut, die Landschaft manchmal eintönig, manchmal atemberaubend schön, aber die Distanzen sind wirklich nicht zu unterschätzen. Nach mehreren Stunden Fahrt liegen die Berge hinter mir, am Horizont flimmert unscharf das Sandsteingebirge des Niltals. Irgendwo auf einer Hochebene, wo sich zahlreiche Farmen befinden, nehme ich spontan einen jungen Autostöppler mit. Er wartet mit einem älteren Mann in Galabya und Turban an der Zufahrt zu einer Farm. Ich denke mir: Den nimmst du mit, tust eine gute Tat und hast Unterhaltung. Kommt ja eh weit und breit kein anderes Fahrzeug hier vorbei, vielleicht wartet er schon lange auf eine Mitfahrgelegenheit.

Sonntag, März 19, 2023

Sinai – mein Wunderland

Wieder Sinai. Wieder im Herbst, diesmal Ende November, als es nachts schon empfindlich kühl wurde. Ich lade euch ein, mit mir nochmals in mein Wunderland mitzukommen.

Der Blick von oben

Vom Flugzeug aus erkannte ich zwischen all den Tälern und Gipfeln Saint Catherine mit seinem berühmten Kloster und den Berg Moses (dort oben steht ein Steingebäude, deshalb ist er klar erkenntlich) und den oft gegangenen Pfad dorthinauf. Erinnerungen an Weihnachten 2015 wurden wach, als ich zum ersten Mal in dieses Gebirge kam.

Der Flug über Sharm löste dann eher einen Schock aus: Unter mir erstreckten sich nagelneue, breite, mehrspurige Strassen – wenn ich mich erinnere achtfache - und das Gelände, auf denen die Klimakonferenz COP27 soeben ihre Tore geschlossen hatte. Schrecklich, was da an Strassen für einen einzigen Anlass dazu gekommen waren. Für’s Klima!!! Allein das sollte den Menschen zeigen, wie lächerlich diese ganze „Klima-retten-Hyperaktivität“ ist. Wenn nicht, dann soll doch bitte jeder mal eine Woche durch dieses Land reisen.

Mit Wunderland hat das nichts zu tun. Das kam erst später.

Nuweiba

Nach meiner Arbeit in Sharm und Taba gönnte ich mir ein paar Tage in einem schlichten Camp in Nuweiba, direkt am Strand. Ein kuscheliges, warmes Deckbett hielt mich nachts warm; die Wellen lullten mich in einen tiefen Schlaf ein.

Der Blick von innen

Islam*, ein Beduine im besten Alter, führt mich ins Wadi Wishwashi. Ein lang ersehnter Wunsch geht endlich in Erfüllung: In ein Tal hinein laufen! Am Vorabend heisst es noch: Unmöglich, es werde in der Nacht ein starkes Gewitter mit Regenfällen geben.

Doch von wegen: Es blitzt und donnert zwar imposant, regnet aber nur ein bisschen. Am Morgen ist der Himmel wieder blitzblank geputzt!

Islam steuert seinen Pickup vorsichtig und bedächtig durch ein breites Flussbett, das mir wie die Reste eines Rüfeniedergangs vorkommt. Na ja, in Wirklichkeit ist es ja auch nichts viel anderes. Die Felsen nähern sich uns zunächst zögernd, dann entschlossener: Es wird enger, zu beiden Seiten recken sich rote, glattgeschliffene Granitfelsen und bunte Sandsteinformationen in die Höhe. Ein paar Kurven später geht es nicht mehr weiter, Islam wendet und schaltet den Motor ab. Bedächtig leert er einen handgearbeiteten Rucksack von Werkzeug und stopft Bananen, Wasserflaschen und die obligate Teekanne  sowie zwei Teegläser hinein.

Wir marschieren los. Zu meinem Erstaunen sind Islams Schritte lang und zügig – hätte ich ihm nicht zugetraut. Nicht nur wegen seiner Postur, sondern auch wegen seiner Sandalen. Mir passt’s so.

Es gibt interessantere Wadis, aber die liegen weiter entfernt, bzw. die Polizei lässt unsereiner nicht durch und man muss riesige Umwege auf sich nehmen. So begnüge ich mich mit diesem oft besuchten Tal, das zu dieser Jahreszeit aber menschenleer ist. Besonders bekannt und beliebt ist es auch, weil ein Stück weiter hinten ein Pool zwischen den Felsen liegt, der in der wärmeren Jahreszeit zu einem Sprung hinein einlädt. Ich springe nicht hinein, der kühle Wind zwischen den engen Felsen reicht mir. Wendig wie ein Junge schiebt sich Islam über die glatten Felsen, klettert über Leitern, duckt sich unter Hindernissen hindurch. Ich mache es ihm gleich und ich geniesse die Lauferei und Krabblerei.

Islam spricht kein Englisch. Er kann auch nicht lesen und schreiben. Aber er kennt seinen Boden. Als Kind hütete er Ziegen in der Wüste, pendelte zwischen Schule und Bergen. Er beklagt sich auch darüber, dass es in Nuweiba nur Primarschulen gebe und die Kinder bis nach Sharm fahren müssten, um weiterführende Schulen zu besuchen. Krank sein darf man hier auch nicht, meint er. Er erzählt mir auch, warum es noch immer Terroristenangriffe im Nordsinai gibt, obwohl die Beduinen dem Staat jeweils rechtzeitig Hinweise geben. Falsche Prioritäten, falsche Reaktionen, lasch – halt wie es hier i.d.R. ist, nur dass es auch tödliche Folgen hat.

Er zeigt mir einen Busch mit roten und grünen Früchten. Eine öffnet er, hält mir die Hälfte her. Er pflückt auf dem Rückweg Dutzende und ich stopfe sie in seinen nun halbleeren Rucksack. Es sei etwas Leckeres – aber ich verstehe nicht, worum es sich handelt. Erst zu Hause dann kann ich mithilfe des Internets das Rätsel lösen: Kapern! Also gibt es hier Kapern, in Hurghada gibt es aber nur die sündhaft teuren aus Italien, unmöglich einheimische Kapern aufzutreiben.

Während wir weiter laufen, weist er mich auf Spuren im Sand hin. Ein Ibex oder eine Gazelle – er ist nicht ganz sicher – meint aber, die sei in der Nacht hier durch gekommen. Zu meinem Leidwesen habe ich davon keine Aufnahme gemacht.

Ein andermal verschwindet er unter einer Akazie und macht sich in den Ästen zu schaffen. Später zeigt er mir seine Ernte: ein tiefrotes, wunderschönes Stück Harz.

Mit ein paar trockenen Ästen der Akazie entzündet er im Nu ein Feuer, mit dem Tee gekocht wird. Er schmeckt köstlich, wie immer und nur da. Sonst trinke ich nie diesen stark gesüssten Tee – nur in der Wüste und da gibt es nichts Besseres zu trinken.

Der Blick aus der Nähe

Nach einer weiteren kalten, aber kuscheligen Nacht mit elf Stunden Schlaf marschiere ich am nächsten Tag alleine los. Unweit des Camps ist ein weiteres Wadi, von dem ich gehört habe, wo wunderbare Felsen und Steine in allerlei Farben zu finden seien.

Ein halbstündiger Fussmarsch südwärts entlang der Hauptstrasse bringt mich zum nächsten Flussbett. Ich folge der Fahrpiste taleinwärts und sehe zu meiner Enttäuschung Bauarbeiten. Ein Camp? Eine Bühne für ein Konzert? Toilettenhäuschen und Wasserschläuche. Holzkonstruktionen. Ich treffe auf ein paar junge, hippe Leute, die Englisch reden. Die fragen mich ein bisschen aus und ich sie auch ein bisschen. Ich solle aber nur soweit laufen, wo ich ohne Klettern hinkommen könne. Eine Frau sei vor x Jahren weiter gegangen und nicht mehr zurückgekommen. Die Art und Weise wie der Eine mit mir redet, macht mich stutzig, aber ich bedanke mich höflich. Habe genug Bergerfahrung um zu wissen, wo die Grenzen zwischen Vergnügen, Risiko und Dummheit verlaufen. Aber das sieht man mir ja nicht an.

Nur ein paar hundert Meter weiter vergesse ich das alles. Ich stehe da und staune stumm. Um mich herum strecken sich bizarre Felswände gegen den Himmel. Ich bin fasziniert von dem Farbenschauspiel, das sich mir hier offenbart. Ich weiss nicht, ob ich weiter laufen soll, stehen bleiben und staunen oder fotografieren soll. Ich mache alles. Intensiv. Ich fühle mich überwältigt von dem, was mir die Natur hier zeigt.

Mit jedem Schritt, mit jedem Drehen des Kopfes entdecke ich neue Formen aus Sandstein und Granit. Querliegende Felsschichten in harmonischen Farben liegen übereinander. Zart gezeichnete lila Linien schwingen sich parallel mit Grau- und Weisstönen wie auf einem abstrakten Gemälde über Fels. Ja, es sind Felsen, aber für mich sind es Gemälde! Lavaschichten in der Grösse von Ziegelsteinen gleiten senkrecht herab und geben darunter weitere Sandsteinschichten in Ocker, Beige und Hellgrau frei. Oder Gelb. Oder Blau.

Dazwischen drängen neugierig Pflänzchen zwischen Felsspalten hervor. Da, wo sich das Regenwasser länger sammeln kann, wachsen auch Büsche; der Kapernbusch begegnet mir wieder, diesmal mit violetten und weissen Blüten.

Was für ein Meister, was für ein Künstler die Natur doch ist! Wie benommen gehe ich weiter, entdecke, bleibe stehen, fotografiere, streiche mit der flachen Hand über die Felsen, setze mich hin, um besser zu sehen  und in die Stille zu lauschen.

Viel zu früh erreiche ich die ausgewaschene Felswanne, die mir hochkant den Weg versperrt. Rauf käme ich. Aber da ist leider kein Seil und somit käme ich mit meinem lädierten Knie nicht mehr retour. Also ist hier für mich Endstation.

Meine Gedanken verbleiben für einen Moment bei der Frau, die da weiter gegangen war. Sie muss verzweifelt gewesen sein. Irgendwann muss sie realisiert haben, dass sie hier gefangen war. Dass sie hier niemand finden kann. Vielleicht war sie verletzt. Hatte sich verlaufen. Sicher hatte sie Durst…

Ich dachte auch an meine Bergerlebnisse in den Alpen. Wenn mein Knie noch ganz wäre, wäre ich ganz bestimmt nicht hier.

Mit einer Handbewegung verscheuche ich die finsteren Gedanken und wende mich dem Rückweg zu. Zu meiner riesigen Freude bietet er mir nochmals neue Ansichten. Die tief stehende Herbstsonne legt über die Felsen einen Farbfilter, der alles noch viel intensiver erscheinen lässt.

Viel zu schnell erreiche ich wieder den Talausgang. Viel zu schnell, weil ich mich nicht satt sehen kann, obwohl ich schon mehre Stunden unterwegs bin!

Selbst jetzt noch, wenn ich die Fotos ansehe, staune ich über den Künstler, der dies geschaffen hat. Meine Freundin meinte, ich solle doch einige rahmen lassen und aufhängen. Mache ich!

*Name geändert

Hier sind einige meiner Fotoaufnahmen:

  

Frühstücksraum, Yogaraum, Leseraum,
Meditiationsraum u.v.a.m.

Typisches Frühstück mit Omelette,
Frischkäse, Salat, Foul und Fladenbrot

Wadi Wishwashi - ab hier geht's zu Fuss

es wird ein bisschen enger

doch, es geht noch weiter


noch ein bisschen krabbeln

der Pool


Blick talauswärts

Granit - perfekt zum Klettern

Kapernbusch mit Frucht


Kapern

Kapernbusch mit Blüte

Harz der Akazie

im Tal der Farben




























und am Ende wieder der Blick über den
Golf von Akaba zu den Bergen Saudi Arabiens

Donnerstag, Februar 02, 2023

Eine hübsche Sommerfrische - zum Überwintern geeignet

Dies ist nun der letzte Eintrag zu meiner kurzen Reise durchs Delta im vergangen Herbst. Allzu gerne würde ich nochmals dorthin und länger bleiben, mehr sehen, vor allem die Natur mit den vielen Seen, an denen Zugvögel rasten, den kilometerlangen Stränden, der Landwirtschaft, der Weite, dem Grün...

Bevor ich einen Blogeintrag schreibe, versuche ich mir noch etwas Hintergrundwissen zu holen und dabei denke ich immer wieder „Was für ein gelobtes Land!“. Alles ist vorhanden, was der Mensch braucht. Der naturgegebene Reichtum ist unglaublich!

Ich konnte ein paar Tage in Ras El-Bar verbringen. Dieser Ort liegt nördlich von Damietta am östlichen Nilarm auf einer Halbinsel, dort, wo sich dieser Teil des Nils nach seiner langen Reise mit dem Mittelmeer vereinigt.

Donnerstag, Januar 26, 2023

Kurzbesuch in Port Said / Port Fouad

Wie schon erwähnt, habe ich auf meiner Geschäftsreise im Herbst einen privaten Aufenthalt in der Zwillingsstadt Port Said / Port Fouad eingeschoben.

Zu Gründung und Geschichte möchte ich hier nicht schreiben – dazu gibt es genug Literatur online oder gedruckt. Ich möchte wie immer von meinen persönlichen Eindrücken erzählen.

Im Vorfeld fragte ich meinen Freund Robby von iQ onTour, ob er jemanden in Port Said kenne, ich hätte gerne ein paar Tipps. Ja, da gab es einen Geschäftsmann und wenn der Zeit hätte, würde er mich begleiten. Zeit hatte er nicht, er war irgendwo unterwegs. Doch er rief mich an, erkundigte sich nach meinen Wünschen und fragte mich nach meinem Hotel. Ich nannte ihm den Namen. Seine Antwort liess mich grinsen: Das sei ein Hotel der Armee, da könne ich sicher nicht übernachten. Doch, ich konnte. Es war eine Bruchbude, die nur dank der Lage – atemberaubender Blick aufs Meer – überlebt und deswegen unverschämte Preise verlangt. Schuster bleib bei deinen Leisten! Das Land stände ganz woanders…

Sonntag, Januar 16, 2022

Kraftort, Energieort oder Glücksort?

Eine Bekannte regte kürzlich auf Ihrem Psychologie-Blog zum Nachdenken an: Was macht dich glücklich? Plaudern mit einer Freundin, Tanzen, Natur, Lesen, Kreativität, Kunst – waren einige Nennungen, an die ich mich noch erinnere.

Für mich ist klar: Eine Freundin im Kaffee treffen und quatschen ist ok, ebenfalls ein, zwei Stunden Strand. Wirklich erfüllend ist es für mich nicht und nachhaltig wirkt es auch nicht. Leider scheine ich da in der Minderheit zu sein.

Viel mehr bedeuten mir Natur (und Bewegung dort) und Kreativität. Für beides bleibt mir leider nicht so viel Zeit, wie ich mir wünsche und wie mir wohl täte.

Doch heute nahm ich mir Zeit, um eine längere Wanderung zu unternehmen. Momentan ist es für hiesige Verhältnisse saukalt, jedenfalls friere ich fast rund um die Uhr bei meiner sitzenden Tätigkeit vor dem Guckloch in die grosse weite Welt. Schwimmen und ähnliches kann ich vergessen, aber eine Radtour oder eben eine Wanderung passen in diese Jahreszeit gut.

Zu meiner Freude begleitete mich noch eine Freundin, die erst gestern Abend aus dem Ausland angekommen war. Gerne lass ich euch durch die Bilder daran teilhaben:












Montag, August 23, 2021

Begegnung in Luxors Bazaar

Als ich im Juli einige Tage in Luxor zu tun hatte, bin ich an einem Spätvormittag durch die Bazarstrasse geschlendert. Ich mag diesen Bazar eigentlich. Eine Holzkonstruktion über der engen Gasse spendet Schatten. Die Waren werden auch von Einheimischen gekauft. Je weiter man geht, umso eher findet man nicht nur Souvenirs, Schmuck und Schals, sondern auch Stoffe. Dahinter schliesst sich dann der Obst-und Gemüsemarkt an.

Was ich nicht mag, ist das lästige Verhalten der Verkäufer dort. Drum eben Spätvormittag.

Prompt waren noch viele Geschäfte zu und das störte mich gar nicht. Ich schlenderte an den rundlichen Frauen vorbei, die gemütlich plaudernd die ganze Breite der Gasse vereinnahmten. Einige Souvenirverkäufer versuchten ihr Glück bei mir, mit dem ewig gleichen Ramsch, der nicht mal in Ägypten hergestellt wird. Das Schmuckgeschäft, wo meine Mama vor Jahren was gekauft hat, hatte auch noch zu.

Die Atmosphäre gefiel mir, nach den Tagen im Hotel tat es mir wohl. Mein Blick schweifte ziellos über die Aufschriften auf den Geschäftstafeln und blieb bei einem hängen: In schön geschwungenen, blauen Buchstaben auf goldenem Grund las ich eine französische Beschreibung. Neugierig näherte ich mich dem Eingang um zu sehen, was da angeboten wurde.

Sonntag, Juni 27, 2021

Hinaus aufs Meer

Jetzt sitze ich zu Hause vor dem Laptop, aber in meinem Kopf schaukelt es noch immer. Wenn ich herum gehe, merke ich es nicht, doch wenn ich sitze, schaukelt es weiter.

Lieber so, als seekrank. Trotz meinen Befürchtungen und schlimmen Erfahrungen bin ich heute nicht seekrank geworden. Ob es an der Tablette lag, die ich zu Hause nahm oder am kleinen Boot – ich weiss es nicht und jetzt ist es mir auch egal. Lieber dieses Schaukeln vor dem Laptop statt elend auf dem Meer.

Dabei hätte ich noch gestern fast abgesagt. Wegen dem Wind und meinem Hang zum seekrank werden. Vorgestern hätte ich auch fast abgesagt. Denn eine Freundin meinte, sie gehe gerne auf einen Bootsausflug, aber sicher nie zu dem Preis. Ihre Aussage hat mir die Vorfreude ziemlich vergällt.

Ja, der Preis lag über dem, was sonst so angeboten wird. Aber das „Sonst“ ist eben: ein Boot mit 30 oder 40 Personen (jetzt zu Covid-Zeiten vielleicht weniger - wer sich an die Vorgaben hält), mit lärmenden Kunden und plärrenden Lautsprechern voller ägyptischer Popmusik, die es einem schwer machen, Stille und Schönheit der Natur zu geniessen. Im Gedränge bleibt kaum Musse über das Farbenspiel der Blauschattierungen von Meer und Himmel zu sinnieren und sich im Wellengang zu verlieren.

Aber der „Preis über dem Sonst“ hat sich gelohnt. Ich war mit einer kleinen Anbieterin unterwegs, nur ein Ehepaar mit Kind war noch auf dem Boot. Klein, fein, klasse. Ruhe und genügend Zeit zum Schnorcheln und Sein. Mit dem kleinen Boot konnten wir auch an einer Sandbank ankern und das „Karibkfeeling“ erleben. Zu meinem grössten Erstaunen liegt eine lange Sandbank nur einen Steinwurf von meinem Zuhause entfernt. Na ja, quasi ein Steinwurf.


Und ja, beim Schnorcheln habe ich auch Erstaunliches gesehen, obwohl ich schon etwas verwöhnt bin. Da lag ein Blaupunkt-Rochen unter einem kleinen Korallenblock, da schwamm ein Papageifisch ungestört vor mir her, ich entdeckte Korallen, die es am Riff an der Küste nicht gibt; da muss ich erst nachschlagen, wie die heissen.

Für mich hat es sich gelohnt: etwas mehr Qualität statt Quantität. Eigentlich ist das eher mein Ding. Ich bin froh, habe ich es gemacht. Andere können auf Quantität setzen, das ist auch ok.

 

 

Samstag, Dezember 21, 2019

Blick über den Tellerrand


In den deutschsprachigen sozialen Medien liest sich momentan viel über Ausländerfeindlichkeit, Rechtsdruck und in den letzten paar Tagen (Oktober 2019) sogar über tödliche Anschläge auf religiöse Einrichtungen und Ausländer.

Diese Entwicklungen beobachte ich schon lange mit grosser Sorge. Ich kenne die Geschichte und mir graut vor dem, was Menschen mit ihrem Hass auf Fremde anrichten können.

Dabei lebe ich ja auch als Fremde in einem Land, das eine völlig andere Kultur und Mentalität zelebriert. Sie ist mir nach wie vor fremd, ich arrangiere mich. Sie wird mir immer fremd bleiben, auch wenn ich vieles verstehe und nachvollziehen kann.

Manchmal spüre auch ich, wie ich mit gewissen Umständen nicht klar komme, wie z.B. die in voller Lautstärke geplärrten Gebetsaufrufe fünfmal am Tag. „Jetzt jodeln sie wieder“, denke ich oder ich stelle fest, wie spät es schon wieder ist… Manchmal sehe ich auch dabei zu, wie Männer zu den Moscheen strömen, um sich von einem vom Staat indoktrinieren Imam vollquatschen zu lassen, und dann zu beten. Nur, um danach wieder ihrem Geschäft nachzugehen: Betrügen, übers Ohr hauen, aussereheliche Beziehungen. Nicht alle natürlich, aber in Hurghada häufig. Um klarzustellen: Hurghada ist eine Touristenstadt, wo sich alles Mögliche tummelt, anständige wie miese Typen, Hochgebildete wie Analphabeten, Ehrliche wie Kriminelle.

Sonntag, Dezember 08, 2019

Sinai – ein bisschen am Rande der Welt


Reisenotizen und Gedankensplitter

Von Sharm nach Dahab

Hinter mir liegt Sharm, die schicke Touristenstadt, die sich über 30 km die Küste entlang zieht, und eigentlich nur aus Hotelanlagen besteht. Sharm (und damit der ganze südliche Sinai) hat die vergangenen Jahre sehr gelitten, die Touristen blieben aus. Seit kurzem geht es wieder langsam aufwärts. Die meisten Gäste kommen aus dem Golf und Israel, einige aus der Ukraine sowie aus Weissrussland und auch die Italiener kehren vorsichtig zurück. Die anderen Europäer machen sich noch rar. Zu Unrecht, finde ich. Es ist genauso sicher wie in Hurghada drüben und, das ist meine persönliche Meinung, die Hotels bieten mehr Klasse.

Ein Freund, der den grössten Teil seines Lebens in Dahab verbracht hat, schwärmt von der Kraft, welche der Sinai in sich hat. Er, der Freund, hat zu Fuss in 14 Tagen die Östliche Wüste vom Roten Meer bis zum Nil durchquert. „Ich mag sie aber nicht“, meint er. Erstens sei es eine sehr trockene Wüste, es gebe sehr wenig Wasser dort. Für mich ist es eigentlich logisch, dass es in einer Wüste trocken ist und wenig Wasser hat. Doch er fährt weiter: „Dort ist keine Energie. Ich habe nichts gespürt. Hier, im Sinai, ist das komplett anders. Hier spüre ich eine enorme Kraft.“

Sonntag, März 18, 2018

Ein Tipp: Museum Islamischer Kunst in Kairo


Im Januar war ich ganz kurz in Kairo. Die zwei Stunden Freizeit, die ich mir abzweigen konnte, reichten aus, um das kleine, aber sehr feine Museum Islamischer Kunst zu besuchen.

Mein Spaziergang führte mich zuerst über die breite Tahrir Strasse, die am Vormittag noch verschlafen und sanft wirkt. Bald jedoch wanderte ich in engen Gassen unter Schatten spendenden Bäumen, an winzigen Lädelchen und parkenden Autos vorbei. Ältere Männer hockten vor Kaffees und starrten in die Leere, Jünglinge wischten Tische und schrubbten die Reste der Nacht über den Gehsteig hinab. Schwarz gekleidete Omas beaufsichtigten zappelnde Kinder. Ich liebe diese Momente, in denen Standbildern von Strassenszenen Alltag eingehaucht wird.

Kein Hinweischild half mir, das Museum zu finden. Typisch, wie dieses Land mit seinem kulturellen Reichtum umgeht. Ein bisschen Lächeln, ein bisschen auf Arabisch fragen und dann findet sich die Schatztruhe trotzdem.

Und: es lohnt sich! Das Museum Islamischer Kunst beherbergt weltweit die grösste

Montag, Juli 31, 2017

Ich stehe am Strand und …

Ich steh am Strand und sehe hinaus an den Horizont, wo sich das Blau des Meeres mit dem Blau des Himmels vereinen würde, läge da nicht die Giftun-Insel dazwischen. Davor tanzen weisse Boote und warten auf Schnorchler mit hässlichen bunten Masken und wirren nassen Haaren.

Ich war Windsurfen, bin über die Wellen gehüpft, bin bei Manövern ins Wasser gefallen und wieder aufs Brett gekrabbelt. Ich hab das Segel wieder aufgeholt und bin weiter gesurft, hinein gefallen und rauf gekrabbelt.

Die Schildkröte ist zwanzig oder dreissig Meter vor mir in die Tiefe abgetaucht. Die kennt sich aus. Die Wellen tanzten und spritzten Wasser an meine Beine hoch. Ich hab gejuchzt und geschrien. Vor Freude. Voller Leben.

Ich steh am Strand und sehe hinaus aufs Meer, wo die Surflehrer zwei Anfänger mit winzigen Segeln unterrichten. So hab ich auch mal begonnen.

Ich steh gedankenverloren am Strand und sehe aus den Augenwinkeln, wie ein junger Mann eine junge Frau aus einem dick gepolsterten Rollstuhl hebt, wie ihre dünnen Arme unkontrolliert herum wirbeln, wie er vorsichtig die Stufen ins Meer hinabsteigt und sie in ein aufblasbares Schiffchen legt.

Ich stehe und sehe starr vor Entsetzen, wie ihre hellen Beine ins Wasser hängen. Freundinnen feuchten ein Tuch an, legen es der jungen Frau um den Kopf. Sie lassen das aufblasbare Schiffchen mit dem weissen Körper im schicken schwarzen Badeanzug im Wasser treiben. Ich sehe, dass die Frau die Lippen und die Finger bewegen kann. Die sind mit schwarzen Gel-Nägeln geschmückt.

Ich bin verwirrt, erschrocken und noch vieles mehr... und zutiefst dankbar, dass ich gesund bin.

Dienstag, Juli 04, 2017

Im Wunderland

Je weiter südlich man dem Roten Meer entlang fährt, umso einsamer wird es. Ein paar halbfertige oder funktionierende Hotelanlagen, viel Wüste, im Hitzedunst verschwindende Berge und das in allen Blauschattierungen schillernde Rote Meer.

Atemberaubend schön.
Atemberaubend einsam.
Atemberaubend still.

Nördlich und südlich der Stadt Marsa Alam hat die Regierung eine Zone für ökologische Ferienanlagen ausgeschieden und so sind einige „Öko-Camps“ entstanden. Als ich für mich eine Unterkunft gesucht habe, habe ich nur wenige Camps gefunden, die auch in Betrieb sind. Einige sind teurer als Fünf-Sterne-Hotels (selbst bei Übernachtung im Zelt!), einige sind billig und heruntergewirtschaftet. Alle entstanden zur Hoch-Zeit des Tourismus. Seit 2011 fehlt es aber an Touristen und dringend notwendige Renovationen und Investitionen können nicht finanziert werden. Einige haben aufgegeben, andere versuchen irgendwie weiterzumachen.

Sonntag, Juli 02, 2017

Hitzelahm

Der Strom wird tagsüber abgestellt. Der Generator ist verstummt. Nur der zarte Wind ist zu hören und nur er ist es, der das Sein im Schatten erträglich macht.

Eine bleierne Hitze liegt seit Tagen über dem Land und weil es ihr hier so gefällt, bleibt sie noch ein bisschen. Angeblich sind es über 40° C. Doch alles, was mal über 38° C liegt, fühlt sich sowieso gleich an: als ob jemand den Haartrockner und den offenen Backofen auf höchster Stufe laufen liesse. Sicher sind es 45° C.

Es ist so heiss, dass der Schweiss unablässig fliesst und grad wieder trocknet – es sei dann, man befindet sich in einem windstillen Winkel. Es ist so heiss, dass ich kaum auf die Toilette muss, obwohl ich etwa vier Liter Flüssigkeit in mich hineinschütte. Es ist so heiss, dass Bewegungen höchstens in Zeitlupentempo ausgeführt werden. Lieber gar nicht bewegen.

Ausgerechnet jetzt sitze ich weit im Süden Ägyptens, die Grenze zum Sudan liegt keine 200 km weit entfernt. Es ist zu heiss, um in die Wüste zu fahren, zu heiss, um an den Strand zu gehen. Später, wenn die Sonne sich dem Horizont zuwendet, hupf ich mal ins Meer.

Während ich schreibe, hat sich ein Hündchen zu mir gesellt. Das arme Tier ist völlig am Anschlag, das Wasser, das ich in eine abgeschnittene PET-Flasche gefüllt habe, leckt es gierig auf.


Damit mein Laptop nicht auch mit der Hitze hops geht, mach ich ihn jetzt zu.



Donnerstag, Mai 11, 2017

Verspätete Reisende

In die Wüste hat es mich heute gezogen, weg von Häusern und Menschen und Autos und allem Drum und Dran, das mir meine Energie raubt.

Ich marschierte über Hügel, überquerte Sandebenen, blieb hie und da mal stehen, um einen seltsamen Stein näher zu betrachten: smaragdgrün, Schneckenhausmuster… Ich guckte in den Himmel, der milchigtrüb schien. Es stürmte.

Aus der Ferne sah ich in fast regelmässigen Abständen etwas aufgereiht, fast wie Tontauben zum Abknallen. Das macht natürlich keinen Sinn dort, wo ich war, aber im ersten Moment sahen die Dinger so aus. Schwarzweiss. Je näher ich kam, umso seltsamer muteten die Gebilde an: wie grosse Eier. Auf roten Stängeln… bis mir einfiel: das müssen Vögel sein!

Donnerstag, Dezember 15, 2016

Kleiner Glücksmoment

Einmal mehr hab ich Wasser, ein paar Bananen und den Fotoapparat eingepackt und bin weggefahren. Hinaus, in die Wüste. Ohne 4x4 Fahrzeug ist das zwar nicht so einfach – aber ich habe ja Beine, die mich tragen.

Und so bin ich gewandert… über die von Steinen gesprenkelten Hügel hinauf, in die verhärteten Sandebenen runter und wieder hinauf und wieder hinunter… bis ich vor der der kleinen Schlucht stand. Die wollte ich mir von oben ansehen… 

… und dort oben fand ich das, was ich sonst nirgends finde. Die Anstrengung hat sich gelohnt.

Eindrücklich, welche Spuren die Wassermassen der Sintflut Ende Oktober hinterlassen haben. Es müssen gewaltige Kräfte gewesen sein, die hier getobt haben. Die Bilder mögen einen Hauch einer Idee geben:





Freitag, November 18, 2016

Im Herzen des islamischen Kairo (Teil 2)

Kairo ist die Stadt der Tausend Minarette und am besten versteht man das, wenn man von der Salah El Din Zitadelle über die Stadt blickt – oder durch das islamische Kairo spaziert. Zur Zitadelle wollte ich, doch der Tag war zu kurz. Anderes erwartet mich.

Ich lass mich weitertreiben, vorbei an weiteren Moscheen mit herrlich verzierten Minaretten, vorbei an wundersamen Geschäften, vorbei an lebendiger Geschichte. Die Eindrücke überwältigen, ja überfordern mich fast, doch es drängt mich weiter.

randvoll mit Kohle


Tand oder Antiquität?

irgendwie überleben

Plötzlich stehe ich vor der grässlichen Azhar Strasse. Da stand ich schon öfter vor oder nach einem Besuch des berühmten Khan El Khalili. Verglichen mit dem, was ich heute sehe, ist der weltbekannte Bazaar langweilig.

Mittwoch, November 09, 2016

Tipp für Unterkunft in Kairo

Wer eine günstige, saubere Unterkunft in sicherer und vorallem ruhiger Umgebung sucht, dem kann ich von ganzem Herzen die Gästezimmer bei Martine in Zamalek empfehlen. Martine ist Französin, ihre Wohnung mit den vier Gästezimmern ist liebevoll im orientalischen Stil eingerichtet.

Die Wohnung liegt in einem ruhigen Quartier, das von Konsulaten umzingelt ist. Ins Stadtzentrum ist es ein Katzensprung - ausserhalb der Rushhour.

Im Herzen des islamischen Kairo (Teil 1)

Gehört und gelesen hab ich schon so viel darüber. Und wunderbare Bilder gesehen. Kairo war zur Zeit der Fatimiden Hochblüte des Handels zwischen Asien, Europa und Afrika. Die Fatimiden bauten nördlich des damaligen Stadtzentrums eine neue Stadt mit dicken Stadtmauern; Ein Teil davon sowie drei Stadttore stehen noch. Die Gasse, die vom nördlichen Stadttor Bab El Fatuh nach Süden zur Bab El Zuweila führt, heisst El Muaz El Din, später dann El Motaz El Din. Dieser alte islamische Teil wird von Ost nach West von der fürchterlich verstopften und verpesteten Al Azhar Strasse auseinandergeschnitten. Zwischen den Fahrbahnen wurde ein mannhohes Gitter verbaut, damit keine Fussgänger über die gefährliche Strasse eilen können. In der Gegend befindet sich auch der weltberühmte Khan El Khalili Bazaar und die Hussein Moschee. Beide gehören neben den Pyramiden und dem ägyptischen Museum zu den wichtigsten Stationen für den Kairo-Besucher.

Der nördliche Teil von Bab El Fatuh bis zur Al Azhar Strasse wurde während den letzten Jahren sorgfältig renoviert. Es wimmelt hier auf allerengstem Raum von hunderten von historischen Häusern, Palästen, Mausoleen, Moscheen, Schreinen, Madrassen, Gedenkstätten und Zisternen. 

Dahin wollte ich!


Mein Weg auf einen Blick

Zurückversetzt in 1001 Nacht
Ich hab mich per Taxi in die Nähe des nördlichen Stadttors mit dem Namen Bab Al Fatuh bringen lassen. In die Nähe nur, weil der Taxifahrer nicht so genau wusste, wie hinfahren und Passanten fragen musste. Keine Geduld mehr, lief ich auf eigene Faust los… und stehe schon bald vor den Stadtmauern aus dem 11. Jahrhundert. Ausserhalb der Stadtmauer brummt so früh am Morgen der Verkehr noch gemächlich. Die Häuser auf der anderen Strassenseite verfallen: mit kunstvollen Holzarbeiten - den Maschrabeyas - vergitterte Fenster und Balkone, und islamische Ornamente sind Überbleibsel aus besseren Zeiten.

in der Nähe der Stadtmauer

in der Nähe der Stadtmauer
am Bab El Fatuh mit Minarett der Al Hakim-Moschee
Neugierig gucken mich die jungen Leute auf der Strasse an: eine Europäerin? Ohne Reiseleiter? Wie rar! Ältere Männer lächeln mich freundlich an – ihr Lächeln heisst „Willkommen!“. Manch einer fragt mich, wohin ich wolle, ob ich mich verlaufen hätte, ob sie mir helfen können… überall Freundlichkeit.