Montag, Juni 06, 2022

Ich hab’s getan - eine Wohnung gekauft (Teil I einer langen Fortsetzungserzählung)

Ja, ich habe eine Wohnung in Hurghada gekauft. Darüber will ich schon lange berichten und heute fange ich endlich an. In losen Folgen werde ich euch an diesem Abenteuer teilhaben lassen.

Gesucht habe ich schon lange. Seit zwei Jahren wieder sehr intensiv, aber nichts passte mir. Zu klein, zu blöde Raumaufteilung, zu hässliche Aussicht, kein Balkon, zu laut, schlechte Lage, zu schlechter Zustand, zu teuer, zu … Ausreden fand ich genug.

Dann kam wieder einmal – zum vierten Mal – der Bescheid, dass ich meine (gemietete, möblierte) Wohnung per Ende Jahr verlassen solle, sie sei verkauft worden. Das Ersatzangebot war für mich unannehmbar und ich lehnte dankend ab. Der Wohnanlage trauere ich aber trotz Nachteilen noch nach.

Mit einem Bekannten, dessen Wohnung in derselben Wohnanlage war und zu der ich die Schlüssel hatte, einigte ich mich telefonisch, sie zu übernehmen. Preisverhandlung. Mündliche Zusage. Super!

Zwei Tage später schreibt (!!!) er mir, er habe ein Problem mit der Wohnung. Welches Problem das wäre, teilte er mir nicht mit.

Wie ferngesteuert suchte ich fieberhaft weiter nach einer Bleibe. Ich wollte mich auf den Bekannten nicht mehr verlassen oder anders gesagt, meine innere Stimme hatte das schon abgehakt. Schliesslich musste ich ja ausziehen und hatte nur für zwei Monate eine Notlösung vereinbart und kurz darauf würde ich nach Hause fliegen.

Ich wurde fündig! Da gab es doch tatsächlich eine Wohnung an einer annehmbaren Lage, in einem neuen Gebäude – und wie ich annahm, in einem guten Zustand –, geräumig genug für mich, mit Pool in akzeptabler Preislage.

Termin mit dem Makler. Aber niemand da, der die Türe öffnete, obwohl wir einen Termin vereinbart hatten. Normalerweise hätte ich mich jetzt auf Nimmerwiedersehen verabschiedet.

Nicht aber diesmal und ich wartete weitere vier oder fünf Tage auf einen neuen Besichtigungstermin. Diesmal klappte es.

Die Wohnung gefiel mir tatsächlich, besonders die Küche, auch wenn alles etwas klein und eng war. Ich entschied: Ja, die nehme ich. Den Preis verhandelten wir später, denn ich wollte die Wohnung ohne Möbel übernehmen.

Inzwischen war eine geschlagene Woche vergangen und mein Bekannter rief mich an. Unser Gespräch dauerte nur drei Minuten – das vergesse ich so schnell nicht mehr. Denn während drei Jahren habe ich mich um die Wohnung gekümmert, gelüftet, Wasser laufen lassen und tote Kakerlaken rausspediert.

Also, er sagte, er hätte die Wohnung schon verkauft. Er hätte das vergessen, weil er das Geld noch nicht erhalten hätte. Meine Reaktion war völlige Sprachlosigkeit. Ich glaube, mehr als „d’accordo“ brachte ich nicht heraus.

Montag, Mai 30, 2022

Kurzes Hallo - mit Störchen

Jetzt melde ich mich mal wieder, aber nur kurz. 

Es geistert mir viel im Kopf herum, das ich niederschreiben möchte, aber der Alltag fordert mich.

Heute morgen, als ich früh mit dem Rennrad unterwegs war, sah ich das:

Aufnahme mit meinem alten Nokia-Handy

So viele Störche! Ist das nicht ein herrlicher Anblick?

Sie ruhten sich im Garten eines Hotels aus. Seltsam finde ich, dass sie überhaupt noch da sind. Sollten sie nicht schon lange im Norden sein?


Montag, März 21, 2022

Kursprung am Devisenmarkt

Seit mehreren Stunden schon versuche ich heute auf die Homepage meiner Bank zu gelangen, um den Umrechnungskurs zum Euro zu sehen. Ich möchte noch Euro verkaufen.

Aber die Seite lädt nicht, obwohl mein Internet tadellos - das Problem könnte ja daran liegen - funktioniert.

Bis ich eine Nachricht eines Bekannten erhalte: Euro und Dollar seien teurer. Ausgangslage unserer Korrespondenz war eigentlich der Preis für Frischwasser - der ist massiv gestiegen, wie alles hier.

Endlich werde ich im Internet fündig: die Zentralbank hat die Zinsen erhöht. Der Wechselkurs steigt weiter, oder andersrum gesagt: Das Land will Devisen behalten. Damit müssen ja wichtige Grundnahrungsmittel aus dem Ausland bezogen werden, die vielleicht bald unerschwinglich werden.

Nun wird mir auch klar, weshalb die NBE-Seite nicht lädt: Die ist überlastet. Ich erinnere mich noch, wie mir ein Banker vor sechs Wochen eben in jener Bank sagte, er erwarte keine Zinserhöhung in Ägypten - im Gegenteil. Ich war damals überhaupt nicht gleicher Meinung, deshalb klingen mir seine Worte noch im Ohr.

Nicht nur auf Europa, sondern auch auf uns hier kommen turbulente und unsichere Zeiten zu. Ich wünschte, die politischen Zünsler würden mit ihrem gefährlichen Kriegsspiel aufhören.

Freitag, Februar 25, 2022

Neuer Radweg in Hurghada

Die Medien übertreffen sich gegenseitig mit dramatischen und angsteinflössenden Meldungen. Ich möchte deshalb einen humorvollen Beitrag zur Auflockerung leisten.

Wer hat's erfunden? (In Anlehnung an einen Werbespot über Schweizer Kräuterbonbons). Ich schwör's, ich war's nicht 😏, aber ich hab's fotografiert.


Radweg in Hurghada


unübertreffliche Planung und Umsetzung





Freitag, Februar 11, 2022

Das Schreckgespenst

Der Duden gibt zwei Bedeutungen. Die eine – von der ich hier reden möchte - lautet: „Etwas, das als Bedrohung empfunden wird, woran mit Schrecken gedacht wird.“

Seit ich mich in fernen Gefilden niedergelassen habe, begegnet mir immer wieder das Schreckgespenst. Die Medien berichteten z.B. von einem Terrorakt in Hurghada, der keiner war. Die Meldung in die Welt hinaus lautete aber: Hurghada ist nicht sicher. Meidet Hurghada, als Tourist ist man seines Lebens nicht sicher!

Sonntag, Januar 30, 2022

Kälte wie seit zehn Jahren nicht mehr

Das behaupten die hiesigen Meteorologen.

Ich widerspreche nicht. („Ich höre mich nicht Nein sagen“ – um einen bekannten deutschen Kabarettisten zu zitieren 😉). Die Kälte kam heuer viel früher, schon in den ersten Dezembertagen. Ich habe notiert: Das letzte Mal im Meer schwimmen am 1. Dezember.

Dann kam am 1. Januar dieser Hagelsturm und  versetzte die Ägypter hier in Hurghada in Entzücken - sie dachten, es wäre Schnee. Ich hatte nur die finsteren Wolken herankommen sehen, die sich rund um Hurghada aufbauschten, und Berge und Meer einhüllten. Rundherum war es schwarz: Ein gigantischer Anblick, der mich aber keine Sekunde an Hagel denken liess. Nur an schwere Regenfälle und die damit verbundenen Kurzschlüsse, Überschwemmungen, tödlichen Stromschläge und Schäden. Ich beeilte mich, von meinem Marsch in der Wüste nach Hause zu kommen.

Seither ist es schlicht und einfach: S A U K A L T.

Sonntag, Januar 16, 2022

Kraftort, Energieort oder Glücksort?

Eine Bekannte regte kürzlich auf Ihrem Psychologie-Blog zum Nachdenken an: Was macht dich glücklich? Plaudern mit einer Freundin, Tanzen, Natur, Lesen, Kreativität, Kunst – waren einige Nennungen, an die ich mich noch erinnere.

Für mich ist klar: Eine Freundin im Kaffee treffen und quatschen ist ok, ebenfalls ein, zwei Stunden Strand. Wirklich erfüllend ist es für mich nicht und nachhaltig wirkt es auch nicht. Leider scheine ich da in der Minderheit zu sein.

Viel mehr bedeuten mir Natur (und Bewegung dort) und Kreativität. Für beides bleibt mir leider nicht so viel Zeit, wie ich mir wünsche und wie mir wohl täte.

Doch heute nahm ich mir Zeit, um eine längere Wanderung zu unternehmen. Momentan ist es für hiesige Verhältnisse saukalt, jedenfalls friere ich fast rund um die Uhr bei meiner sitzenden Tätigkeit vor dem Guckloch in die grosse weite Welt. Schwimmen und ähnliches kann ich vergessen, aber eine Radtour oder eben eine Wanderung passen in diese Jahreszeit gut.

Zu meiner Freude begleitete mich noch eine Freundin, die erst gestern Abend aus dem Ausland angekommen war. Gerne lass ich euch durch die Bilder daran teilhaben: