Mittwoch, Januar 20, 2016

Auf Inlandflug

Da war dieser schreckliche Flugzeugabsturz im Sinai. Ende Oktober. Seither sind die Ferienorte am Roten Meer und am Sinai verwaist. Viele Hotels sind geschlossen, die anderen versuchen mit einer Belegungsrate von durchschnittlich 15% irgendwie zu überleben. Sharm El Sheikh ist ausgestorben, denn nur wenige internationale Fluggesellschaft fliegen noch dorthin.

Professionelle Sicherheitskontrollen
Seit dem Absturz haben die Flughäfen ihr Sicherheitsdispositiv verbessert – zu lasch, zu unaufmerksam, zu unprofessionell war es vorher zu und her gegangen.

In den letzten Tagen habe ich am eigenen Leib erlebt, was es heisst, tatsächlich geprüft zu werden. Und zwar auf Inlandflügen. Schon auf der Zufahrt zum Flughafen Hurghada wird jedes Auto genau geprüft. Von der Eingangshalle bis zur Abfahrtshalle müssen Passagiere zweimal ihr Gepäck, ihre Habseligkeiten und sich selbst prüfen lassen. Jede Person wird sorgfältig abgetastet. Vorbei die Zeiten, in denen man eine Flasche Wasser durch den Scanner schmuggeln konnte. Vorbei die Zeiten, in denen die Angestellten ihre Augen statt auf den Bildschirm des Scanners auf den Bildschirm ihrer Handys richteten oder mit Kollegen schäkerten.

In Sharm El Sheikh dasselbe, vielleicht arbeiten die Verantwortlichen dort sogar noch etwas seriöser. Schockiert hat mich die gähnende Leere dieses normalerweise emsigen Flughafens: zwei, drei Flugzeuge standen draussen, eine Handvoll ägyptischer und arabischer Passagiere durchliefen die Kontrollen, verbrachten die Wartezeit mit Kaffee trinken und ins Smartphone starren.
In Kairo dasselbe, vielleicht ein klein bisschen weniger seriös als in Sharm. Hauptstadt. 

Grossflughafen. Belebter, auch ein paar mehr ausländische Gesichter. Sprachfetzen in Deutsch und Französisch – nicht nur Arabisch.

Egypt Air mit Überraschung
Eigentlich wollte ich nur den Hüpfer von Hurghada nach Sharm machen und ein paar Tage später denselben in umgekehrter Richtung. Egypt Air hat es aber geschafft, mich nach Kairo zu schicken und von dort nach Hurghada zurück zu transportieren. Die Airline hat einfach den Flug verlegt, ohne mich und einen weiteren Mitleidenden zu informieren. „Systemfehler“, lautete die Erklärung, die in eine überaus charmante Entschuldigung verpackt war. Ich hätte auch in Sharm übernachten und am Folgetag direkt heimfliegen können.

Ich wünsch mir so sehr, dass endlich wieder Tourismus-Leben zurückkehrt, Flüge aus dem Ausland scharenweise Touristen bringen, welche dieses aussergewöhnliche Land entdecken wollen. Aber der Tourismus-Sektor hat tatsächlich noch einiges an Arbeit vor sich, um an Feinheiten zu feilen und Fehler auszumerzen. Dabei bleibt noch immer genug Raum für Überraschungen aller Art – was ja auch spannend sein kann.


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